Tag 1 in Athen

Hier der Blog zum Hören! Auch als PODCAST unter www.kronehit.at!

Hier bin ich also. Ich bin in Athen eingetroffen um Auslandsösterreicher kennen zu lernen. Und es ist erst einmal passiert was im Ausland meistens passiert: Ich verstehe – wenn ich mich umhöre – erst mal nur Bahnhof. Ein Gefühl, das die meisten der ausgewanderten Österreicher wohl kennen. Kaum einer ist hierher gekommen und hat schon fließend Griechisch gesprochen.

Sprache spielt ja eine wichtige Rolle beim Zuhausefühlen. Nicht umsonst wird bei uns ja auch heftig über verpflichtende Deutschkurse diskutiert. Je besser Migranten die Sprache des Landes können, umso besser sind sie ja auch integriert, heißt es.

Meine Auslandsösterreicher setzen das offenbar sehr gut um. Je länger sie hier sind, desto besser ihr Griechisch, so scheint es. Andrea etwa denkt schon griechisch. Auf deutsch muss sie inzwischen nachdenken, was Links und Rechts bedeutet. Auf Griechisch weiß sie es automatisch.

Das war allerdings nicht immer so. Sie hat sich mit der Unendlichen Geschichte von Michael Ende die Sprache selbst beigebracht. Ihr Ehemann, so erzählt sie, war dabei äußerst geduldig. Er hat es ertragen, als sie sich nächtelang selbst vorgelesen hat. Aber es hat gewirkt.

Die Sprache so richtig lernen – das passiert allerdings oft erst dann, wenn die Kinder in die Schule kommen. Jedenfalls hab ich das schon von einigen Seiten gehört. Da wird dann mitgelernt und mitgeschrieben. Das ist fördert zwar laut Experten den Lernerfolg der Kinder nicht besonders. Dafür aber den der Auslandsösterreicher ;-)
Generell sind die Griechisch-Kenntnisse der österreichischen Auswanderer aber gar nicht so schlecht. Die meisten beherrschen die Sprache, hab ich schon von Mitarbeitern der österreichischen Botschaft in Athen gehört. Aber es gibt auch Ausnahmen.
Ich will nicht ewig hier bleiben, sagt etwa Michaela. Michaela wohnt seit dreieinhalb Jahren in der Stadt, gemeinsam mit ihrem Mann – einem gebürtigen Griechen – und ihrem erst eineinhalb Jahre alten gemeinsamen Sohn. Irgendwann will ich wieder zurück, seufzt Michaela. Warum also mühsam Griechisch lernen? Wobei – wie fast alle Auslandsösterreicherinnen sagt auch sie: Mit dem Kind wird’s irgendwann mehr. Wenn ihr Sohn mal sprechen lernt – und zweisprachig aufwächst – wird sie wohl ohnehin ein bisschen mehr aufschnappen als die Brocken, die sie jetzt schon kann. Schwierig ist zwar manchmal das Einkaufen. Allerdings – dass ein Brot ein Brot ist, weiß man auch ohne dass „Brot“ drauf steht. Und im Notfall – sagt Michaela – da ruf ich einfach meinen Mann an. Er übersetzt dann.
Schimpfen allerdings kann Michaela auf griechisch. MALAKA ist das Wort das ich von ihr gelernt habe. Naja – die Übersetzung spar ich mir jetzt ;-)

Die fremden Schriftzeichen bereiten meinen Auslandsösterreichern überraschenderweise keine Schwierigkeiten. Das lernt man schnell, höre ich von allen Seiten. Na gut, eigentlich kann’s ich’s nachvollziehen. Manche Zeichen kennt man ja schon aus der Schule – erklärt Andrea. Aus dem Mathe-Unterricht zum Beispiel. Da hat man ja schon von Omega, Pi und Konsorten gelernt.
Und – ob jetzt für Touristen oder generell: Die Griechen verwenden für’s Griechische auch manchmal lateinische Schriftzeichen.

Aber eben nur manchmal – und damit wird’s schwierig für Nicht-Griechen. Es gibt nämlich einige Buchstaben sogar mehrfach. Das griechische Alphabet kennt z.B. FÜNF “i”!! Da fällt die Rechtschreibung vielen Ausländern – und damit auch den Auslandsösterreichern – schwer. Aber das ist klar, sagt Margarethe. Immerhin: Beim Sprechen fällt das ja eh nicht auf :-)

Generell sollen die Griechen sehr offen sein, wenn es darum geht beim Griechisch-Lernen zu helfen. Die meisten jedenfalls. Das probier ich jetzt mal: Kalinichta! Gute Nacht! – Okay ich geb’s zu. Das hab ich vorher schon gewusst. Morgen lern ich mehr.

Michaela und ihre beiden Männer:

Eine Antwort auf Tag 1 in Athen

  1. dankeschööön :-) zu lesen jetzt schon… zu hören dann morgen!

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